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Plastiktüten: die schnelllebigen Alltagsbegleiter mit ihren vertrauten Werbebotschaften. Ich selektiere Ausschnitte und füge sie neu zusammen. Das bewegliche, flatterhafte Material wird überführt in eine feste Gitterstruktur. Aus handlichen Kunststoffgebilden werden großformatige Fahnen, streng zweidimensional, in denen die isolierten Ausschnitte miteinander in neue Beziehung treten, formal wie inhaltlich. Spielerische Assoziation ersetzt plakative Eindeutigkeit. Man kann auch sagen, ich arbeite den ästhetischen Mehrwert heraus, der in den Tüten ruht, und zwar durch Ordnung und Zuordnung. Die Transformation von Produktdesign in Kunst. Aber auch mit einem quasi ironischen Unterton, denn das Material bleibt ja extrem vergänglich, zersetzt sich mit der Zeit. Nichts Museales also... Letztlich lebt das ganze von Gegensätzen: kleinformatig – großformatig, körperhaft – zweidimensional, flexibel – verfestigt, Vergänglichkeit – Dauerhaftigkeit, Alltagsgegenstand – Kunstanspruch, Werbetechnik – künstlerisches Spiel.

 

 

Auch in meinen malerischen Arbeiten kann man das Spiel mit der Ordnung entdecken. Die Inspiration kam von urzeitlichen Höhlenmalereien. Die Bildgründe können an gewachsene Felsoberflächen erinnern mit ihrem mehrschichtigen Farbauftrag und den eingestreuten Materialien. Die rohe Wand, wenn man so will, reliefartig, körperlich. Darübergelegt die linearen Elemente, wie Ritzzeichnungen, die Gegenständliches aufscheinen lassen – oder einfach nur eine Struktur geben. Gerne gitterhaft: siehe oben.

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